Image Impressionistische Darstellung eines Bereitschaftstischs mit fünf leuchtenden Laternen und einer erloschenen Lampe

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Opsgenie-Alternativen 2026: 5 echte Optionen vor der Abschaltung

Kurz gefasst

Fünf Anbieter kommen für Teams im deutschsprachigen Raum als echte Opsgenie-Alternative in Frage: All Quiet, Jira Service Management, ilert, PagerDuty und SIGNL4. Atlassian hat den Verkauf am 4. Juni 2025 eingestellt und schaltet Opsgenie am 5. April 2027 ab; wer bis dahin nicht umgezogen ist, verliert seine Daten. Welche der fünf zu Euch passt, entscheidet weniger der Funktionsumfang als Eure Ausgangslage: Wer ohnehin tief in der Atlassian-Welt steckt, landet bei JSM. Wer Opsgenie für das genutzt hat, wofür es gebaut wurde — Bereitschaft, Eskalation, Alarmierung —, braucht kein ITSM-System, sondern einen Ersatz für genau diese Aufgabe. Für schlanke Engineering- und SRE-Teams ist das All Quiet: ab 6,99 € pro Nutzer und Monat in der EU-Region, Hosting in Frankfurt, Migration per Terraform.

Opsgenie endet am 5. April 2027. Fünf echte Alternativen für Teams im deutschsprachigen Raum: All Quiet, JSM, ilert, PagerDuty und SIGNL4 — Preise, Aufwand, Eignung.

Nikolas Köppl

Von Nikolas Köppl · Go-to-market at All Quiet

Maximilian Beller

Geprüft von Maximilian Beller · Co-Founder & CTO at All Quiet

Aktualisiert: Montag, 21. September 2026

Veröffentlicht: Montag, 21. September 2026

Und die Zeit wird knapp. Bis Dienstpläne, Eskalationsrichtlinien und Integrationen umgezogen sind, vergehen realistisch sechs bis acht Wochen, dazu kommt der Parallelbetrieb. Wer im Herbst 2026 anfängt, hat Luft. Wer im Januar 2027 anfängt, hat keine.

Opsgenie wird abgeschaltet – Die harten Fakten

Atlassian hat den Verkauf von Opsgenie-Lizenzen zum 4. Juni 2025 beendet: seither lassen sich weder neue Accounts anlegen noch bestehende Pläne wechseln. Abgeschaltet wird am 5. April 2027. Danach ist das Produkt nicht mehr erreichbar, der Support endet, und alle Kundendaten, die bis dahin nicht umgezogen sind, werden gelöscht.

Atlassian verweist seine Kunden auf Jira Service Management als direkte ‘Inhouse’-Alternative. Aus Atlassians Sicht ist das konsequent, die Opsgenie-Funktionen wandern tatsächlich dorthin. Für Euch ist es deshalb aber nicht automatisch die richtige Antwort, denn JSM ist eine ITSM-Plattform mit Ticketing, User-Lizenzen und einem entsprechenden Preis. Die meisten Opsgenie-Teams haben nie die ITSM-Flows benutzt. Sie haben Dienstpläne gepflegt, eskaliert und alarmiert.

Damit steht die eigentliche Frage schon fest, bevor Ihr überhaupt einen Anbieter anschaut: Ersetzt Ihr das Produkt oder die Aufgabe?

Der Zeitplan bis zur Abschaltung

Datum Was passiert Was Ihr tun solltet
4. Juni 2025 Verkauf eingestellt, keine neuen Subscriptions — (liegt hinter uns)
Herbst 2026 Letztes bequemes Zeitfenster für einen Parallelbetrieb Auswahl eingrenzen, Test aufsetzen
Q4 2026 – Q1 2027 Umsetzung: Dienstpläne, Eskalationen, Integrationen Parallel betreiben, dann umschalten
5. April 2027 Abschaltung. Produkt nicht mehr erreichbar, Support endet Umzug abgeschlossen
nach dem 5. April 2027 Atlassian löscht alle verbliebenen Kundendaten Audit-Logs und Incident-Historie vorher sichern

Der letzte Punkt geht regelmäßig unter. Wer seine Incident-Historie für Audits, ISO-Nachweise oder Post-Mortems braucht, exportiert sie, solange der Account noch existiert. Nicht danach!

Die 5 Alternativen im Überblick

Tool Am besten für Preis pro Nutzer/Monat Ehrlicher Nachteil
All Quiet Schlanke Engineering- und SRE-Teams, die Bereitschaft & Alarmierung ohne ITSM-Flows wollen 6,99 € Standard · 11,99 € Pro (EU-Region; US-Region 4,99 $ / 9,99 $) Kein eingebautes ITSM-Ticketing — bewusst so. Jüngeres Unternehmen als Atlassian oder PagerDuty
Jira Service Management Teams, die fest in der Atlassian-Welt arbeiten und ITIL-Prozesse fahren Agenten-Lizenzen, Operations-Funktionen in der Premium-Stufe (Euro-Liste am Build-Tag prüfen) Bereitschaft ist ein Modul in einer Ticketing-Plattform, kein eigenständiges On-Call-Produkt
ilert Teams im deutschsprachigen Raum, die einen etablierten Anbieter aus der Region suchen 24 USD Pro · 49 USD Scale, mindestens 3 Nutzer Der Funktionsumfang hängt stark von der Stufe ab; Listenpreise in US-Dollar
PagerDuty Große Organisationen mit komplexer Automatisierung und eigener Governance 21–49 USD je nach Stufe und Laufzeit, Add-ons extra Höchste Gesamtkosten der Liste; Funktionstiefe, die die meisten Teams nie brauchen. Keine Euro-Listenpreise
SIGNL4 Mobile Alarmierung für Außendienst, Anlagenbetrieb und Werkstatt 9 € · 15–19 € · 25–29 € je nach Stufe Schwerpunkt liegt auf der Alarmierung; für Software-Teams weniger Incident-Koordination

Preise Stand: 15. September 2026. Quellen und Abrufdaten am Ende des Artikels.

Worauf es beim Ersatz wirklich ankommt

Beim Umzug nimmt man nicht einfach alles mit, manches wird aussortiert. Fünf Punkte entscheiden, und keiner davon ist reines Feature Naming.

Noise Control. Gruppierung, Deduplizierung und sauberes Routing sind bei vielen Teams der technische Migrationsgrund – nicht das End of Life. Wer das Rauschen mitnimmt, sitzt in sechs Monaten vor demselben Problem, nur bei einem anderen Anbieter.

Bedienbarkeit der Dienstpläne. Pläne, Rotationen und Vertretungen müssen Eure Teams selbst pflegen können. Wenn jede Schichtänderung über einen Admin läuft, wird sie nicht gemacht.

Aufwand für den Umzug. Wie weit die API reicht und ob es einen Terraform-Provider gibt, entscheidet darüber, ob der Wechsel ein Wochenende oder ein Quartal kostet. Fragt konkret nach: Lassen sich Dienstpläne, Eskalationsstufen und Routing-Regeln ‘as Code’ abbilden?

Data-Hosting. Wer in der EU arbeitet, sollte klären, wo die Daten liegen und was im AVV steht. Die Frage gilt für jeden Anbieter auf dieser Liste, uns eingeschlossen, und die Antwort gehört ins Datenschutzkonzept, nicht ins Verkaufsgespräch.

Gesamtkosten. Rechnet Add-ons, Agenten-Lizenzen und den Aufwand für die Administration mit ein, nicht nur den Listenpreis. Bei mehreren Anbietern steckt genau hier die Funktion, die Opsgenie ersetzen soll, erst in einer höheren Stufe oder in einem kostenpflichtigen Zusatzmodul.

Die 5 Alternativen im Detail

1. All Quiet — Bereitschaft ohne ITSM-Überbau

All Quiet deckt das ab, wofür die meisten Teams Opsgenie tatsächlich eingesetzt haben: Dienstpläne, Eskalationen und Alarmierung über Push, SMS, Anruf, E-Mail, Slack und Teams — ohne angehängte ITSM-Plattform.

Dienstpläne, Vertretungen und mehrstufige Eskalationen pflegt Ihr in einer Kalenderansicht, auch Follow-the-Sun- und Wochenendmodelle für verteilte Teams. Welcher Kanal alarmiert, richtet sich nach dem Schweregrad; kritische Alarme kommen auch dann durch, wenn auf dem Telefon der ‘Focus’-Modus von iOS oder „Nicht stören“ unter Android aktiv ist. Verzögerte Benachrichtigungen von null bis 60 Minuten fangen Alarme ab, die sich von selbst erledigen, also genau das, wofür Opsgenie-Teams ihre Regeln gebaut haben. Die Routing-Engine wertet Schweregrad, Integration, Labels, Attribute und Zeitfenster aus und kann daraufhin Kanäle stummschalten, Teams neu zuweisen, den Schweregrad ändern oder Testrauschen verwerfen. Für jeden Nutzer gibt es ein Protokoll mit Zustellstatus zu jeder E-Mail, SMS, jedem Anruf und jeder Push-Nachricht — „warum hat mich niemand erreicht?“ lässt sich damit in Sekunden klären.

Auf der Eingangsseite stehen über 50 Integrationen — Datadog, Prometheus, Grafana, Sentry, AWS, Azure, Google Cloud, Zabbix, Nagios — dazu eingebaute Heartbeat-, Cron-, Ping- und HTTP-Monitore. In die andere Richtung gehen Meldungen an Slack, Teams, Discord, Jira, Linear, GitHub, ServiceNow und Webhooks.

Die Preise findet Ihr transparent: 6,99 € (Standard) und 11,99 € (Pro) pro Nutzer und Monat in der EU-Region, ohne Vertriebsgespräch. Pro enthält Statusseiten, Live Call Routing, den Terraform-Provider, die REST-API sowie OIDC und SCIM. Die Migration läuft über Terraform oder die REST-API — zwei ausführliche Anleitungen führen durch den Weg; die meisten Teams betreiben erst beide Systeme parallel und schalten dann um.

Zur Preisstruktur, damit es keine Überraschung gibt: Der Preis richtet sich nach der Hosting-Region. Wer die US-Region wählt, zahlt 4,99 $ (Standard) und 9,99 $ (Pro); wer die EU-Region mit Hosting in Frankfurt wählt, zahlt 6,99 € und 11,99 €. Die Region entscheidet also über beides — wo Eure Daten liegen und was der Plan kostet. Auf unserer englischsprachigen Preisseite seht Ihr die Dollar-Preise der US-Region; für ein Team im deutschsprachigen Raum, das in Frankfurt hosten möchte, gelten die EU-Preise. Die stehen auf der Preisseite unserer EU-Instanz (Englisch).

Für europäische Organisationen: All Quiet ist eine GmbH mit Sitz in Berlin, der Vertrag läuft nach deutschem Recht, das EU-Hosting in Frankfurt (eu-central-1) ist wählbar, das Unternehmen ist nach ISO 27001 zertifiziert und schließt einen AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Das unterstützt Euer Datenschutzkonzept — bewerten muss es Euer Datenschutzbeauftragter.

Der ehrliche Nachteil: Es gibt kein eingebautes ITSM-Ticketing, und das ist eine Entscheidung, keine Lücke. Wer Change-Management-Boards und ITIL-Freigabeketten braucht, ist mit JSM besser bedient. All Quiet ist außerdem ein jüngeres Unternehmen als Atlassian oder PagerDuty; wer die Reife eines Anbieters abwägt, schaut besser auf SLA, Zertifizierung und Referenzen als auf das Gründungsjahr.

Opsgenie-Alternative: der direkte Vergleich von All Quiet und Opsgenie, mit Ersparnisrechner in Euro. → Anleitungen für den Umzug: Teil I (Englisch) · Teil II (Englisch)

2. Jira Service Management — der ‘offizielle’ Weg

Atlassian führt die Opsgenie-Funktionen in JSM Operations zusammen. Das ist das vorgesehene Ziel für alle, die im Ökosystem bleiben wollen.

Was für JSM spricht: JSM ist eine vollständige ITSM-Plattform, und wer wirklich eine braucht, bekommt hier ein gutes Produkt. Change Management, Problem Management, Service Requests, Freigabe-Workflows und Asset Management liegen neben der Incident-Bearbeitung — die komplette ITIL-Fläche. Die Verzahnung mit Jira und Confluence ist nativ: Incidents hängen an Sprints, Post-Mortems liegen neben der Projektdokumentation, Service Desk und Entwicklung arbeiten auf einem Datenmodell. Als offizieller Weg bringt JSM außerdem Werkzeuge mit, um Opsgenie-Konfigurationen zu übernehmen, und Atlassians Enterprise-Support, die Zertifizierungen und die Vertrautheit im Einkauf senken die Hürden in großen Organisationen. Wenn Euer Betrieb ohnehin über Tickets läuft und Eure Entwickler täglich in Jira arbeiten, fasst JSM zusammen, statt einen weiteren Anbieter hinzuzufügen.

Wann etwas anderes besser passt: Wenn Ihr Opsgenie nie als ITSM genutzt habt. Der Wechsel zu JSM heißt, eine Ticketing-Plattform einzuführen und zu bezahlen, um einen Teil der bisherigen Funktionen zu behalten. Der Unterschied ist grundsätzlich, nicht graduell: In JSM wird aus einem Alarm ein Ticket in einer Warteschlange; in einem On-Call-Produkt wird aus einem Alarm ein Anruf beim Bereitschaftsdienst. Beides ist legitim, aber es sind zwei verschiedene Betriebsmodelle — und dass man das falsche gewählt hat, merkt man um drei Uhr nachts. Für Teams, die ihre Infrastruktur als Code verwalten, kommt hinzu: Bei All Quiet lässt sich die komplette On-Call-Konfiguration über Terraform abbilden — Dienstpläne, Eskalationen, Routing-Regeln. Und Atlassian ist ein US-Unternehmen.

Preislich liegen die Operations-Funktionen in der Premium-Stufe. Rechnet sie für Eure tatsächliche Zahl an Agenten durch, bevor Ihr den Umzug plant — bei den meisten Teams ist genau dieser Sprung gegenüber der bisherigen Opsgenie-Rechnung der Grund, sich überhaupt umzusehen. (Euro-Listenpreise am Build-Tag prüfen.)

3. ilert — der etablierte Anbieter aus der Region

ilert ist im deutschsprachigen Raum der bekannteste Anbieter dieser Kategorie und steht auf praktisch jeder Auswahlliste. Wer Opsgenie ersetzt, wird sich ilert ansehen — deshalb sind sie auch bei uns vertreten.

Was für ilert spricht: ilert deckt die Kernaufgaben ab: Alarmierung, Bereitschaftspläne, Eskalationen, Statusseiten. Das Produkt ist über Jahre gewachsen, die Oberfläche gibt es auf Deutsch, und wer einen Ansprechpartner in derselben Zeitzone will, hat hier ein echtes Argument. Der Pro-Plan enthält unbegrenzte SMS- und Sprachanrufe, Single Sign-on und unbegrenzt viele Viewer-Nutzer; Scale ergänzt team-basierte Organisation, Event Intelligence, Workflows und Major Incident Management; Enterprise geht bis zu einem Uptime-SLA von 99,99 % und einem festen Customer Success Manager. Für viele Teams in der Region ist ilert eine naheliegende Wahl, und es wäre schlicht falsch, das kleinzureden.

Worauf Ihr beim Vergleich achten solltet: Der Funktionsumfang hängt stark von der Stufe ab. Vergleicht deshalb nicht „ilert gegen X“, sondern „ilert-Plan Y gegen X“, und zwar anhand dessen, was Ihr wirklich braucht: Wie viele Responder seid Ihr? Beide kostenpflichtigen Stufen setzen mindestens drei Nutzer voraus. Braucht Ihr Event Intelligence und Major Incident Management, oder reicht Euch solide Alarmierung?

Und rechnet in der Währung, in der Ihr Euer Budget führt. ilert gibt seine Listenpreise auch auf der deutschsprachigen Preisseite in US-Dollar an — 24 USD für Pro, 49 USD für Scale, jeweils pro Nutzer und Monat bei mindestens drei Nutzern, Enterprise ab 49 USD bei jährlicher Abrechnung (Stand: 15. September 2026). Wer in Euro plant, trägt das Wechselkursrisiko selbst. Zum Vergleich unsere Eckdaten, in Euro ausgewiesen: 6,99 € beziehungsweise 11,99 € pro Nutzer und Monat, unbegrenzte SMS und Anrufe in beiden Stufen, Terraform-Provider und REST-API ab Pro, keine Mindestnutzerzahl. Die Stufen sind nicht deckungsgleich — vergleicht sie an Eurem Bedarf, nicht an der Zahl allein.

Nebenbei: In welcher Währung die fünf Anbieter ihre Preise angeben

Anbieter Listenwährung
All Quiet Euro für die EU-Region, US-Dollar für die US-Region
SIGNL4 Euro
ilert US-Dollar
PagerDuty US-Dollar
Jira Service Management je nach Region

Stand: 15. September 2026, jeweils auf der deutschsprachigen Preisseite des Anbieters, soweit vorhanden.

Das ist keine Kleinigkeit, wenn Ihr ein Jahresbudget einreicht. Ein in Dollar abgerechneter Vertrag bewegt sich mit dem Wechselkurs, und zwar in beide Richtungen.

All Quiet und ilert im direkten Vergleich

4. PagerDuty — der Maßstab im Enterprise-Umfeld

PagerDuty hat die Kategorie geprägt und ist bis heute der Maßstab, an dem sich alle anderen messen lassen müssen.

Was für PagerDuty spricht: In der Tiefe kommt im Enterprise-Umfeld niemand an PagerDuty heran. Der Integrationskatalog ist der größte am Markt, Event Intelligence gruppiert und unterdrückt Alarme über Tausende von Services hinweg, und die Automatisierungen beheben einen Teil der Incidents ohne menschliches Zutun. Auswertungen zum Betrieb, Abhängigkeiten zwischen Services, Stakeholder-Kommunikation und Verfügbarkeit über mehrere Regionen hinweg sind ausgereift. Für eine Organisation mit hunderten Engineering-Teams, strengen Governance-Vorgaben und passendem Budget ist PagerDuty eine gut zu begründende Wahl.

Wann etwas anderes besser passt: Beim Preis und beim Zuschnitt. Der Business-Plan kostet 41 USD pro Nutzer und Monat bei Jahreslaufzeit, 49 USD bei monatlicher Zahlung — und das, bevor Add-ons dazukommen: AIOps, Statusseiten und Stakeholder-Lizenzen werden separat berechnet. Die meisten Teams, die Opsgenie verlassen, nutzen einen Bruchteil der Plattform und zahlen für die Ganze. Die Konfigurationstiefe hat außerdem eine Kehrseite: Ohne eigene Governance kommt genau das Alarmrauschen zurück, das die Teams ursprünglich aus Opsgenie vertrieben hat. Hinzu kommt, dass PagerDuty keine Euro-Listenpreise veröffentlicht — wer in Euro budgetiert, rechnet mit dem Wechselkurs. Und PagerDuty ist ein US-Unternehmen.

5. SIGNL4 — mobile Alarmierung für Betrieb und Außendienst

SIGNL4 von Derdack setzt einen anderen Schwerpunkt als der Rest der Liste, und genau deshalb gehört es getrennt bewertet.

Was für SIGNL4 spricht: SIGNL4 ist auf mobile Alarmierung ausgelegt und darin sehr stark — gedacht für Teams, die nicht am Schreibtisch sitzen, sondern in der Produktion, im Anlagenbetrieb, im Facility Management oder im Außendienst. Duty-Board, spontanes An- und Abmelden zum Dienst, Standort und Karten, von Hand ausgelöste Alarme und wiederholte Benachrichtigung sind auf diesen Einsatz zugeschnitten. Die höheren Stufen bringen automatische Eskalationen, Schutz vor Alarmfluten, Schichtplanung samt Export und Schichtberichte; die oberste Stufe ergänzt Rufumleitung, Voicemail, SCIM und ein SLA von 99,95 %. Die Preise sind öffentlich und in Euro ausgewiesen: 9 € (Alarmieren), 15 € jährlich beziehungsweise 19 € monatlich (Perfektionieren), 25 € jährlich beziehungsweise 29 € monatlich (Maximieren) pro Nutzer und Monat, dazu Add-ons für Stakeholder-Kommunikation und eine eigene Rufnummer.

Wann etwas anderes besser passt: Wenn Ihr ein Software-Team seid. SIGNL4 konzentriert sich auf die Alarmierung; alles, was rundherum dazugehört — Routing-Regeln nach Integration und Label, Zustellprotokolle je Benachrichtigung, die komplette On-Call-Konfiguration als Code —, decken die Produkte dieser Liste breiter ab, die für Engineering-Teams gebaut sind. Wer Opsgenie als Bindeglied zwischen Monitoring und Bereitschaft eingesetzt hat, sucht Ersatz für genau dieses Bindeglied, und dafür ist SIGNL4 nicht in erster Linie gemacht. Umgekehrt gilt: Wer Opsgenie für Anlagenalarme oder für Bereitschaft außerhalb der IT genutzt hat, sollte sich SIGNL4 genau ansehen — dafür eignet es sich besser als die meisten hier.

Welche Alternative passt zu welchem Team?

Die Frage ist nicht, welches Werkzeug das beste ist, sondern welches zu Eurer Ausgangslage passt. Fünf Situationen, fünf Antworten.

Eure Situation Naheliegende Wahl Warum
Ihr arbeitet ohnehin täglich in Jira und Confluence, Euer Betrieb läuft über Tickets, ITIL-Prozesse sind gesetzt Jira Service Management Der offizielle Weg, native Verzahnung, ein Anbieter weniger
Ihr habt Opsgenie für Bereitschaft und Alarmierung genutzt, seid ein schlankes Engineering- oder SRE-Team, wollt Eure Konfiguration als Code und planbare Kosten All Quiet Ersetzt die Aufgabe statt das Produkt, einheitlicher Preis pro Nutzer, Terraform
Ihr wollt einen etablierten Anbieter aus dem deutschsprachigen Raum mit Ansprechpartner in der Nähe ilert oder All Quiet Beide sind hier zu Hause; entscheidet über den Funktions- und Preisvergleich für Euren Bedarf
Ihr seid eine große Organisation mit hunderten Teams, eigener Governance und Budget für Automatisierung in der Tiefe PagerDuty Im Enterprise-Umfeld unerreichte Tiefe
Eure Bereitschaft liegt nicht in der IT, sondern in Produktion, Anlagenbetrieb oder Außendienst SIGNL4 Auf mobile Alarmierung außerhalb des Schreibtischs ausgelegt

Eine Frage steht dabei vor allen anderen: Ersetzt Ihr das Produkt oder die Aufgabe? Wer Opsgenie nur für Dienstpläne, Eskalation und Alarmierung genutzt hat, sollte nicht allein deshalb in einer ITSM-Plattform landen, weil sie der offizielle Weg ist. Und wer ITSM wirklich braucht, sollte sich kein reines On-Call-Produkt kaufen, nur weil es günstiger ist.

Wenn Ihr die Grundlagen noch einmal sortieren wollt, bevor Ihr vergleicht: unser Überblick zu Incident Management und der Glossareintrag zu On-Call-Management.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann genau wird Opsgenie abgeschaltet?

Am 5. April 2027. Danach ist das Produkt nicht mehr erreichbar und der Support endet. Der Verkauf wurde bereits am 4. Juni 2025 eingestellt — seither lassen sich weder neue Accounts anlegen noch Pläne wechseln. Alle Kundendaten, die bis zur Abschaltung nicht umgezogen sind, werden anschließend gelöscht.

Was ist die beste Opsgenie-Alternative?

Das hängt davon ab, wofür Ihr Opsgenie genutzt habt. Wer es für Bereitschaft und Alarmierung eingesetzt hat, ersetzt es am besten durch ein On-Call-Produkt — All Quiet ab 6,99 € pro Nutzer und Monat in der EU-Region, ilert als etablierter Anbieter aus dem deutschsprachigen Raum, PagerDuty für sehr große Organisationen. Wer ITSM-Prozesse fährt und in der Atlassian-Welt arbeitet, ist bei Jira Service Management richtig. Liegt Eure Bereitschaft außerhalb der IT, ist SIGNL4 die spezialisiertere Wahl.

Müssen wir zu Jira Service Management wechseln?

Nein. JSM ist Atlassians Empfehlung und der offizielle Weg, aber keine Verpflichtung. JSM ist eine ITSM-Plattform mit Agenten-Lizenzen; wer Opsgenie nie für Ticketing, Change Management oder Freigabeprozesse genutzt hat, bezahlt Funktionen, die er nicht braucht. Prüft, welche Opsgenie-Funktionen bei Euch tatsächlich im Einsatz sind, bevor Ihr den bequemsten Weg nehmt.

Wie lange dauert der Umzug von Opsgenie?

Für Dienstpläne, Eskalationsrichtlinien und Integrationen solltet Ihr realistisch sechs bis acht Wochen einplanen, dazu eine Phase Parallelbetrieb, in der beide Systeme alarmieren. Wie aufwendig es wird, hängt vor allem davon ab, wie viele Integrationen und Routing-Regeln Ihr habt. Bei All Quiet lässt sich die Konfiguration über Terraform abbilden — dokumentiert und ohne Sales-Call —, wodurch der Wechsel nachvollziehbar und wiederholbar wird statt einmalig und von Hand.

Warum unterscheiden sich die All-Quiet-Preise zwischen EU- und US-Region?

Weil sich der Preis nach der Hosting-Region richtet. Für die US-Region gelten 4,99 $ (Standard) und 9,99 $ (Pro) pro Nutzer und Monat, für die EU-Region mit Hosting in Frankfurt 6,99 € und 11,99 €. Es ist keine umgerechnete Liste, sondern es sind zwei Preislisten für zwei Regionen. Ihr wählt die Region einmal — sie entscheidet darüber, wo Eure Daten liegen und was der Plan kostet. Auf der englischsprachigen Preisseite sind die Dollar-Preise der US-Region ausgewiesen.

Wo liegen unsere Daten, wenn wir in der EU arbeiten?

Das solltet Ihr bei jedem Anbieter einzeln prüfen, auch bei uns. Bei All Quiet könnt Ihr Frankfurt (eu-central-1) als Hosting-Region wählen; das Unternehmen ist eine GmbH mit Sitz in Berlin, der Vertrag läuft nach deutschem Recht, es liegt eine ISO-27001-Zertifizierung vor, und einen AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO schließen wir ab. Das unterstützt Euer Datenschutzkonzept; bewerten muss es Euer Datenschutzbeauftragter.

Quellen und Stand

Wettbewerberangaben stammen aus öffentlichen Herstellerseiten und können sich ändern.

Angabe Quelle Abrufdatum
Opsgenie End-of-Sale und Abschaltung atlassian.com/software/opsgenie 15.09.2026
Jira Service Management Preise atlassian.com/software/jira/service-management/pricing 15.09.2026
ilert Pläne und Preise (USD) ilert.com/de/preise 15.09.2026
PagerDuty Preise pagerduty.com/pricing 15.09.2026
SIGNL4 Preise signl4.com/de/preise 15.09.2026

Preise Stand: 15. September 2026. Zuletzt aktualisiert: 21. September 2026

Nikolas Köppl

Autor

Nikolas Köppl

Go-to-market at All Quiet

Builds go-to-market and customer-first growth for teams adopting calmer, clearer incident communication.

Maximilian Beller

Prüfer

Maximilian Beller

Co-Founder & CTO at All Quiet

Engineering leader building incident management systems focused on reliability, clear escalation, and sustainable on-call operations for production teams.

Alle Blog-Beiträge lesen und erfahren, was bei All Quiet passiert.

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Auch auf Englisch verfügbar.